WordPress 5

WordPress-5-Update für alte und uralte Systeme

Kapitel 13, »WordPress-Wartung und -Pflege«
Abschnitt 13.1.2, »WordPress-5-Update für alte und uralte Systeme«

Um Ihr WordPress-System auf Version 5 zu aktualisieren, sind zwar nur ein paar Mausklicks notwendig, unter der Haube kann aber einiges schiefgehen. Die parallele Prüfung und das ggf. notwendige PHP-Upgrade ist eine Extraherausforderung für einige Website-Setups, insbesondere wenn mehrere Plugins im Spiel, und ganz besonders, wenn einige davon vom Entwickler nicht mehr aktualisiert werden.

Haben Sie eine kleine Website und läuft der Webspace schon mindestens unter PHP 5.6, machen Sie schnell ein Backup (siehe Abschnitt 13.4, »Backups planen und durchführen«), aktualisieren alle Plugins und Themes, aktivieren das WordPress-Update über Dashboard • Aktualisierungen • Button Jetzt aktualisierungen und prüfen die Funktionsfähigkeit von Website und Plugins in Front- und Backend.

Haben Sie jedoch mindestens ein halbes Dutzend Plugins installiert, läuft die Website auf einem Child-Theme oder ist die PHP-Version aus dem vorherigen Jahrtausend, bringen Sie etwas mehr Zeit mit. Die Aufgabe ist nicht unmöglich, erfordert aber etwas Muße: Ihre Prämisse lautet, einen Upgrade-Schritt nach dem anderen durchzuführen, bei jedem größeren Schritt ein Backup anzulegen und sich genug Zeit zum Testen der Zwischenergebnisse zu nehmen. Zum Testen verwenden Sie am besten ein Inkognito- oder privates Browserfenster; dann sehen Sie die Website so, wie die Mehrzahl Ihrer Besucher.

1. Backup

Das der Fallback für den Fall, dass die gesamte Website nach dem folgenden PHP-Upgrade nicht mehr funktioniert. Müssen Sie auf dieses Backup zurückgreifen, ist das gesamte Website-Paket vermutlich zu alt, und muss von Grund auf neu aufgesetzt werden.

2. PHP-Version upgraden (5.6)

WordPress 5 benötigt mindestens PHP 5.6. Diese Version ist mindestens fünf Jahre alt und wird seit Ende 2018 auch nicht mehr aktualisiert und unterstützt. Trotzdem ist sie Ihr erster Update-Schritt, denn es der größte gemeinsame Nenner von WordPress 5 und allen Plugins.


Abbildung 13.2: Läuft die Website auf einer PHP-Version unter 5.6 wird es höchste Zeit, upzugraden. Später ist das Ziel das Upgrade auf die neueste 7.x-Version. Zuerst stellen Sie aber sicher, dass WordPress und alle Plugins unter der Mindestanforderung PHP 5.6 laufen.

3. Testen und Backup

PHP 5.6 ist die letzte und robusteste Ausgabe der 5er-Version. Funktionieren WordPress und Plugins mindestens unter dieser Version, könnten Sie sie notfalls einige Zeit weiterlaufen lassen, um andere Baustellen zu schließen.

4. Plugins und Theme updaten

Damit die Plugins und das Theme funktionieren, müssen sie kompatibel zur WordPress- und PHP-Version sein. Halten Sie alle Plugins und Themes deshalb unter Dashboard • Aktualisierungen auf dem laufenden Stand. Gibt es schon jetzt Probleme, studieren Sie die Detailinformationen zum Plugin. Wurde es innerhalb der letzten Monate aktualisiert? Ist es kompatibel zu WordPress 5.x? Falls nein, begeben Sie sich schon jetzt auf die Suche nach einer Alternative. Dafür ist es manchmal erforderlich, dass Sie intern, z. B. bei der Organisation von Inhalten, Bilderorganisation für eine Slideshow etc., einiges umstellen müssen. Planen Sie für solche Aufgaben mehrere Stunden bis Tage ein.

Abbildung 13.3: Alarmstufe »Dunkelorange« – das Plugin wurde noch nicht für WordPress 5 aktualisiert; suchen Sie schon jetzt eine Alternative. Alarmstufe »Rot« ist, wenn es den Plugin-Eintrag nicht mehr im Plugin-Verzeichnis gibt oder die Website des Entwicklers nicht erreichbar ist.

5. Testen und Backup (optional)

Dieses Backup ersetzt das letzte und ist eine stabilere Basis für die weiteren WordPress- und PHP-Upgrades. (Falls Sie nur wenige Plugins installiert haben, überspringen Sie diesen Backup-Schritt und kombinieren Plugin- und WordPress-Updates in einem Backup.)

6. WordPress-Update

Trommelwirbel. Mit zwei Mausklicks zu Dashboard • Aktualisierungen • Button Jetzt aktualisieren machen Sie den großen Schritt zur aktuellsten WordPress-Version. Das geht i. d. R. ziemlich schnell und wird mit einem freundlichen Willkommen-zu-WordPress-5-Hinweis bestätigt. Im Backend sehen Sie auf den ersten Blick vielleicht gar keine Unterschiede. Scrollen Sie dann ganz nach unten und prüfen Sie in der unteren rechten Ecke die installierte WordPress-Version

7. Testen und Backup

Nun sind WordPress und Plugins auf dem aktuellen Stand (prüfen Sie sicherheitshalber nochmal die Plugins). Dieses Backup ist ein wichtiger Milestone, bevor Sie die PHP-Umgebung aktualisieren, da es zur Not eine Weile laufen kann, bis etwaige PHP-7-Problematiken beseitigt wurden.

8. Nochmal PHP-Version upgraden (7.x)

Dies ist ein besonders kritischer Schritt, da sich unter der Haube von PHP einiges verändert hat. Weisen sich Ihre Plugins als WordPress-5-kompatibel aus, sind Probleme unwahrscheinlich. Die spannenden Fälle sind die Erweiterungen, die schon mehrere Monate oder Jahre nicht mehr aktualisiert wurden. Sie liefen zwar noch in der alten und aktuellen Umgebung, erleiden bei der PHP-7-Umstellung aber möglicherweise einen Totalschaden. Denn in der neuen Umgebung existieren z. B. einige Befehle nicht mehr, und andere wurden verändert, so dass es Fehlermeldungen hagelt und schlimmstenfalls die Website und das Backend nicht mehr erreichbar ist. Trotz Ihres Backups ist es also ratsam, diese Umstellung auf einem Testsystem auszuprobieren, denn das Wiedereinspielen eines Backups braucht seine Zeit, auch auf Live-Systemen.

Kommt es doch zum Supergau, wird es nochmal mühsam. Die ausgegebene Fehlermeldungen gibt Ihnen i. d. R. einen eindeutigen Hinweis, wo der Schuh drückt – mit eindeutiger Fehlerbezeichnung, Nennung der Problemdatei und sogar Zeilennummer. Sie deaktivieren dann das Plugin über das Backend oder Umbenennen des einzelnen Plugin-Ordners. Kurzfristig können Sie das Problem mit etwas Programmiergeschick lösen (erforderlich: fortgeschrittene PHP-Kenntnisse und eine PHP-7-Changes-Liste, die Sie haufenweise im Internet finden). Langfristig werden Sie aber nicht darumkommen, eine alternative Lösung für das Plugin zu finden.

9.Tests und Backup

Alles schick? Dann noch ein abschließendes Backup – Ihr Status Quo für zukünftige PHP-, WordPress-, und Plugin-Updates.

Beobachten Sie das System nun einige Wochen besonders intensiv, das ist die sog. Hypercare-Phase. Spätestens nach einem halben Jahr können Sie bei den Backups aufräumen und die vielen Zwischenstufen löschen.

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